Berichte von 08/2010

Achter, Neunter, Zehnter und Elfter

Sonntag, 29.08.2010

Ist denn etwa schon wieder ein Wochenende vorbei? Scheinbar vergeht hier in Finnland die Zeit schneller, als zu Hause.

Am Donnerstag hatten wir zum erstern Mal tatsächlich mit der Uni zu tun, wir haben uns nämlich registriert und damit bin ich jetzt Studentin an der Vaasan Yliopisto (also, der Universität Vaasa)! Ich habe meine Studentennummer und die ganzen Zugangsdaten für Computer und Email bekommen. Ich bin jetzt elektronisch auch unter mareike.block@student.uwasa.fi erreichbar! Das klingt doch schon unglaublich wichtig, oder?

Außerdem habe ich mich bei der Bibliothek registriert und habe eine nette Plastikkarte bekommen, mit der ich mir jetzt Bücher ausleihen kann. 

 Am Freitag haben wir uns mit einigen anderen deutschen Studentinnen getroffen, die  auch ihr Auslandssemester in Finnland verbringen.Sie studieren allerdings an der schwedischen Hochschule in Vaasa. Unter anderem ist auch Mirjam dabei, die mir mir in Sulingen Abi gemacht hat. Da muss man ganz bis nach Finnland fahren, um sich mal wieder zu sehen... 

Abends hat uns der Vater einer Freundin, die im Wohnheim gegenüber wohnt im Mietwagen ein bisschen durch Vaasa gefahren und anschließend noch über die Schäreninseln vor Vaasa. Dabei haben wir auch die längste Brücke Finnlands überquert, die Replot-Brücke.

Sicht auf die Brücke vom Rastplatz davor, Hinweg.

Dann ging es kilometerweit über von Wald begleitete Straßen, an denen entweder kleine Sommerhäuschen ("Mökkis") standen oder gar kein Zeichen von Leben zu finden war.

Bis wir dann irgendwann am Ende der Straße ankamen. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, sodass wir alle sehr schöne Fotos vom Sonnenuntergang machen konnten!

Auf dem Rückweg war es mittlerweile schon fast wieder dunkel und die Brücke beleuchtet, also haben wir wieder auf dem Rastplatz angehalten und weitere Bilder gemacht.

An dieser Stelle ein großes DANKE an Hanni und Detlev für die kleine Kamera und an Karsten für die Foto-Lehrgänge!

 Am Samstag haben Carolin und ich Besuch von Lisa, einer weiteren Hildesheimer Studentin bekommen, die allerdings nicht in Vaasa, sondern in Nyrkarleby studiert. Leider ist der Ort sehr ländlich und weit weg von allem, was Unterhaltung bietet, daher war Lisa  vermutlich ganz froh ins "große" Vaasa zu kommen. Wir haben uns gleich an das Abenteuer "Busfahren" gemacht und sind nach Vanha Vaasa, also ins alte Vaasa gefahren. Vanha Vaasa war das usprüngliche Vaasa, das nach einem Feuer verlassen wurde, um das heutige Vaasa etwa 6 Kilometer entfernt neu zu bauen. In "Old Vaasa" sind noch einige Ruinen zu finden, ansonsten ist es teilweise Wohngebiet. 

In der Ruine der Kirche.

 

Abends habe ich auch endlich meine eigentliche Tutorin Marianne kennen gelernt. Sie hat eine kleine Stadtführung für ihre Austauschstudenten gemacht. Anschließend waren wir in einer Pizzeria essen, bevor es dann zum  "Fontana", der einizigen Disco Vaasas ging. Im Fontana fand nämlich die Begüßungsparty für alle Erasmusstudenten statt. Obwohl die Musik absolut nich mein Fall war, hat es mir sehr gut gefallen! Alle Tutoren haben sich vorgestellt und ein paar Spiele auf der Bühne organisiert ("viereckiges Knäckebrot in Form der Umrisse Finnlands essen", "Biertrink-Staffel" und "gefrorenes T-Shirt auseinanderfalten und anziehen").

Heute morgen habe ich jetzt auch zum ersten Mal mit der Waschmaschine hier telefoniert! Einmal Wäsche waschen kostet etwas über einen Euro und das Geld wird vom Handy abgebucht. Dafür ruft man eine Service-Nummer an, bei der einem etwas auf finnisch erzählt wird (vermutlich, wie viel einem gerade vom Konto abgebucht wird), bis ein Knopf an der Waschmaschine aufleuchtet. Dann kann man die Maschine einschalten. Leider sagt die Maschine nicht Bescheid, wenn sie fertig ist, darum muss man sich schon selber kümmern. Der Trockner neben der Maschine ist zum Glück kostenlos, wenn ich da an die 1,50 fürs Waschen und 1,50 für den Trockner in Hildesheim denke...

Morgen geht die Einführungswoche an der Uni los! Wir haben bereits das Programm bekommen und ich bin schon gespannt, was uns alles erzählt wird! Morgen ist immerhin Programm von 10 bis 16 Uhr geplant!

Vierter, Fünfter, Sechster und Siebter

Mittwoch, 25.08.2010

Nach einigen Tagen Regen scheint heute wieder die Sonne und es ist um einiges wärmer!

 Aber von vorne: Am Sonntag haben wir uns mit zwei anderen deutschen Mädels aus Tekla II zum Mittagessen verabredet. Wir sind zu "Koti Pizza" schräg gegenüber vom Wohnheim gegangen. Koti Pizza ist eine Kette, wie zum Beispiel Pizza Hut, nur dass sie in Vaasa ansässig ist. Es gibt sogar eine Pizza mit Rentierfleisch, von der ich allerdings Abstand gehalten habe. Die beiden, die die Pizza tatsächlich gegessen haben, konnten allerdings auch das Fleisch gar nicht identifizieren, beziehungsweise haben ersteinmal die Pilze für Fleisch gehalten, daher wird es wohl auch keinen besonders bemerkenswerten Geschmack haben.

 Anschließend haben wir die beiden Strände in Palosaari, unserem Stadtteil besucht. Da es leider trüb war und ein bisschen geregnet hat, haben wir beschlossen den Besuch noch einmal bei besserem Wetter zu wiederholen.

Der größere der beiden Strände

Und der Beweis, dass ich tatsächlich da war (und Fotos gemacht habe)!

Von Montag gibt es keine Fotos, weil es den ganzen Tag  nur gerenet hat. Wir sind im halbwegs Trockenen losgegangen in die Stadt, weil wir uns bei der Post anmelden und zum Tourist Office gehen wollten. Leider wurden wir von einem ziemlich heftigen Regenschauer überrascht, sodass ich den Rest der Zeit in der Stadt mit nassen Füßen herumlaufen musste. 

Beim Tourist Office haben wir uns mit Flyern aus der Umgebung hier eingedeckt (oder besser: Carolin hat sich eingedeckt und ich werde davon profitieren), bevor wir uns wieder auf den langen Rückweg gemacht haben (man läuft ungefähr eine halbe Stunde in die Stadt).

Am späten Nachmittag wollten wir eingentlich zum Fahrradladen die Straße hoch, mussten allerdings vor seiner Tür feststellen, dass dass er bereits um 17 Uhr zu macht. Deshalb haben wir die Gegend ein bisschen weiter erkundet, einen Supermarkt (unter vielen) gefunden und den (Frust-)Einkauf gemacht.

Abends sind wir mit einigen anderen Studenten aus dem Wohnheim noch einmal in die Stadt in einen Irish Pub gegangen und haben uns dort den ganzen Abend gut unterhalten und die Leute ein bisschen kennen gelernt.

Aller guten Dinge sind drei, deshalb sind wir dienstag Vormitttag noch einmal zum Fahrradladen gegangen und haben auch nach einigen Probefahrten tatsächlich Fahrräder gefunden! Meins hat sieben Gänge, was hier im hügeligen Vaasa durchaus von Vorteil ist und hat 90 € gekostet. Die Hälte von dem Preis bekomme ich zurück, wenn ich es im Dezember zurückgebe.

Mein gelbes Fahrrad! Bevor jemand fragt, nein, es hat kein Licht, es wäre in Deutschland nicht verkehrssicher und sie Handbremse ist auf der

Nachmittags haben wir uns dann mit der Tutorin einer der deutschen Mädels getroffen, weil sie ihr die Uni zeigen wollte. Wir haben uns dann einfach angeschlossen und durften die Tour mitmachen. Die Uni ist nicht besonders groß, aber dafür modern und es gibt mehrere Mensen, die unterschiedliche Gerichte anbieten. Das Mensaessen ist hier übrigens ein bisschen teurer als bei uns, dafür kann man sich sein Essen selbst auf den Teller tun und sich kostenlos Brot mit Butter, Salat und Wasser nehmen. Leider haben es die Finnen scheinbar mit den Gewürzen nicht so und alles schmeckt etwas "langweilig".

Die Bibliothek ist an der Uni das beeindruckendste. Sie geht über mehrere Stockwerke und hat die Seite zum Meer hin komplett mit Fenstern versehen. Ich glaube, wenn man dort sitzt, kommt man nicht wirklich zum Lernen, sondern schaut nur nach draußen...

Ist natürlich nicht wirklich so schief und krumm, das liegt daran, dass es aus mehreren leicht verzerrten Fotos besteht...

Blick von oben

 Abends haben wollten wir eigentlich einer neu angekommenen deutschen Studentin den Strand zeigen, weil es aber geregt hat haben wir sie in ihrem Wohnheimzimmer besucht. Sie wohnt in Linna, einem anderen Wohnheim schräg gegenüber von Tekla II.

 Heute sind wir mit einigen Mitbewohnern aus Tekla II in die Mensa zum essen gegangen. Es gab unter anderem "Hamburger with Mushroom Sauce" was sich als Frikadelle mit Kartoffelbrei und Pilzsoße herausgestellt hat. Leider auch nicht wirklich gewürzt, aber trotzdem gut essbar. Nach dem essen haben wir noch ein bisschen am Wasser gesessen und das schöne Wetter genossen, bevor wir eine Radtour zum "Edvinin polku" gemacht haben. Der "Edvinsweg" ist ein kleines Waldstückchen, mit mehreren Spazierwegen, an denen viele kleine und große Kunstskulpturen aus Holz und Metall stehen. 

Pony!

In etwa fünf Minuten wollen wir uns wieder treffen und zum Strand fahren, davon demnächst mehr!

Zweiter und Dritter

Samstag, 21.08.2010

Die letzten beiden Tage bestanden hauptsächlich aus den Laufen langer Strecken und dem Kaufen unzähliger Sachen.

Freitag haben wir uns finnische Simkarten für die Handys an der Uni abgeholt. Die Karten werden von der Student Union bereitgestellt, den gleichen Leuten, die auch das Survival-Paket anbieten. Die Karten haben 15€ Startguthaben, allerdings braucht man angeblich mindestens 20€ auf dem Konto, um unsere Waschmaschine hier im Wohnheim zu bedienen. Ob das so richtig ist, wird sich noch zeigen, denke ich. Wer mich per Handy erreichen möchte, kann dies nun unter meiner neuen Nummer tun: +358 (0)40 - 46 14 94 8! Ansonsten habe ich auch meine Kontaktdaten in dem Kästchen rechts hinzugefügt!

Den Nachmittag haben wir damit verbracht unser Apartment sauber zu machen, vor allem den Kühlschrank. Der sieht jetzt wieder gut aus und funktioniert einwandfrei! Außerdem haben wir uns sowohl in der Küche als auch in den Zimmern endlich wohnlich eingerichtet. 

Das ist mein Zimmer, wie es jetzt aussieht! Der Vorhang ist etwas kurz, aber mit dem Regal vor dem Fenster passt es in etwa. Die kleinen Merkwürdigkeiten im Bild kommen daher, dass es aus drei Fotos zusammengesetzt ist.

Der Samstag begann mit einem Besuch beim Fahrradladen, allerdings ohne Erfolg. Der Verkäufer hatte gerade fast nur Kinderfahrräder zum Vermieten da, sagte aber, dass er Montag weitere Räder bekommt und dass wir dann noch einmal vorbeikommen sollten. 

Da wir nun keine Fahrräder hatten, sind wir nachmittags zu Fuß in die Innenstadt von Vaasa gelaufen. Was wir von der Innenstadt gesehen haben, ist nicht wirklich beeindruckend oder besonders schön, aber es hat was. Ich fürchte allerdings, dass es im Winter dann sehr "grau in grau" dort aussehen könnte.

Ein Stückchen der Innenstadt, dabei noch Gebäude, die interessanter aussehen, als die vielen Klötze. ganz rechts in gelb-blau übrigens ein Kioski. Von der Sorte gibt es hier unzählige.

 So grau die Innenstadt auch auf den ersten Blick aussehen mag, die Wohnhäuser und auch der Bahnhof sind da eine ganz andere Sache!

Noch ein Puzzlebild. Sämtliche Bahnhöfe, an denen unsere Züge auf dem Weg nach Vaasa gehalten haben, sehen in etwa so aus. Gelb und aus Holz.

Abends hat Carolin die Auflaufform unseres Survival-Pakets eingeweiht und eine super-leckere Lasagne gemacht! Nach dem Essen haben wir uns noch mit einer deutschen Studentin getroffen, die auch in unserem Wohnheim wohnt. Wir haben uns einige Stunden in der Bar nebenan gut unterhalten und haben uns danach noch die jeweils andere Wohnung angeguckt. Dabei haben wir auf dem Flur noch einen anderen deutschen Studenten kennen gelernt, der allerdings gerade dabei ist aus seiner Wohnung auszuziehen. Zusammen mit etwa 50 (1/3 davon deutsche) weiteren Austauschstudenten hat er hier einen finnisch-Sprachkurs gemacht und zieht jetzt in die Stadt, in der er ab nächster Woche studieren wird. Die meisten der jetzigen Bewohner ziehen gerade um, weil sie nur für den Sprachkurs in Vaasa waren. Allerdings werden sich die Zimmer im Laufe der nächsten Woche wieder füllen, wenn die Leute, die hier in Vaasa studieren werden ankommen.

 

 Da mich mein Vater heute im Skype gefragt hat, was typisch finnisch ist, und ich ihm keine richtige Antwort geben konnte, habe ich noch ein bisschen darüber nachgedacht und ein paar Dinge aufgeschrieben, die mir persönlich als "anders" aufgefallen sind.

Häuser

Wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Mit Holz außen, typische Bauweise und in den verschiedensten Farbtönen angestrichen.

Eins der Häuser im Wohngebiet. Es sind übrigens auf fast jeder Kreuzung für jede Richtung ein Zebrastreifen auf der Straße. Die Finnischen Autofahrer halten allerdings nur an, wenn man die Straße bereits betreten hat.

Autos

Die Autos, die hier unterwegs sind, sind größtenteils älter als die auf deutschen Straßen. Außerdem dreckiger. Und die Volvo-Konzentration ist höher, was allerdings keine Überraschung ist. Außerdem sind viele Geländewagen unterwegs und Autos mit zusätzlichen Scheinwerfern. Wahrscheinlich alles, was man so in finnischen Wäldern braucht!

Der Parkplatz vor dem Minimani, einem großen Supermarkt hier in der Gegend.

Einkaufen

 In jedem noch so kleinen Laden gibt es Spielautomaten. Hier verspielen die Finnen ihr Wechselgeld nach dem Einkauf. Angeblich geht das Geld, das die Automaten einnehmen, an Projekte für Kinder.

Kurz vor dem Ausgang vom Minimani.

 Sprache

 Natürlich darf die finnische Sprache nicht fehlen! Spricht ein Finne, versteht man kaum ein Wort, allerdings sprechen die meisten Leute hier englisch oder versuchem einem irgendwie mit Hand und Fuß (oder mit anderen Mitarbeitern, die besser englisch sprechen) zu helfen. Geschriebene Wörter lassen sich nur schwer erraten. Manchmal klappt es, "Hähnchen" ist zum Beispiel "broileri", allerdings ist eine "normaalisuolainen margariini" nicht etwa normale Margarine, sondern gesalzene, denn normaalisuolainen heißt so viel wie "Kochsalzlösung". Klingt logisch, oder? Auf vielen Sachen steht allerdings der Name auch auf schwedisch, das dem deutschen etwas mehr ähnelt. Außerdem gibt es einige aus deutschland importierte Proukte, die also aus deutschen Läden bereits bekannt sind und/oder auf deutsch beschriftet sind.

 

Erster

Donnerstag, 19.08.2010

Bereits um 3:30 Uhr morgens endete meine Nacht. Dies war nicht wirklich erfreulich, denn sie hatte auch erst gegen 0:41 begonnen. Trotzdem machten wir uns wie geplant viertel nach vier auf den Weg zum Flughafen Bremen.

Der Flug verlief zum Glück ohne Probleme, was mich als Erstflieger doch ein bisschen beruhigt hat. Und der Blick aus dem kleinen Fensterchen entschädigte jedes Knacken in den Ohren, die nicht enden wollenden Versuche der Stewardessen verschiedenste Dinge zu verkaufen und komplett unverständliche Durchsagen.

 Der Blick aus dem Fensterchen, freundlicherweise von Carolin über den Sitz einer schlafenden Finnin hinweg fotografiert.

In Tampere angekommen ging es mit dem Bus vom Flughafen zum Bahnhof, wo wir allerdings noch fast zwei Stunden auf unseren Zug warten mussten. Daher haben Carolin und ich mit vollem Gepäck einen kleinen Ausflug in die Innenstadt gemacht, der schon nach kurzer Zeit bei McDonald's endete.

Das erste Stunde der Zugstrecke sind wir mit einem IC gefahren (mit 10 Minuten Verspätung, manche Dinge sind auch hier nicht anders), bis Seinäjoki, wo wir dann in einen Regionalexpress nach Vaasa umsteigen mussten. Nach einer weiteren Stunde waren wir dann auch in Vaasa, wo uns Carolins Tutor Oskar abholte und zum VOAS, das sich um die Wohnungsvermittlung kümmert, brachte.

Der RE, mit dem wir nach Vaasa gefahren sind, hier im Bahnhof Vaasa

 Vom VOAS bekamen wir nach dem Unterschreiben des Mietvertrags den Schlüssel für das Apartment. Vom VOAS aus fuhren wir mit dem Taxi zum Wohnheim. Hier teile ich mir ein Apartment mit Carolin, das heißt wir haben gemeinsames Bad, Dusche und Küche, aber jeder hat ein eigenes Zimmer.

Mein zu Hause bis Dezember, mittlerweile ein bisschen umgestaltet. Bett links, blinde Scheibe voraus und der Drehstuhl fährt nicht.

 Der Kühlschrank tropft. Einer der vorigen Bewohner hat scheinbar vergessen ihn auszuschalten, bevor er eine ganze Weile offen stand. Momentan ist er dabei aufzutauen und die Küche ein bisschen unter Wasser zu setzen. Wir hoffen, dass er sich bis morgen erholt, damit wir den Schimmel wegwischen und Den Kühlschrank benutzen können.

Da außer den Möbeln und den Pfützen auf dem Küchenboden im Apartment nichts vorhanden war, hat uns Oskar zur Uni begleitet, wo wir uns aus einem riesigen Chaos an Geschirr, Decken, Kissen uns sonstigem Kram das nötigste heraussuchen durften, was wir zum (über-)leben brauchen. 

Einer der zwei Räume voll mit Kram. Da wir vor den offiziellen Anreisetagen angekommen sind, hatten wir noch volle Auswahl und konnten uns die schönsten Sachen aussuchen.

Eine Mikrowelle wurde uns mehr oder weniger aufgedrückt, da Oskar auf Nachfrage der Leute an der Uni anbot, uns und unsere Sachen mit seinem Auto  zum Wohnheim zurück zu fahren. Natürlich haben wir das Angebot angenommen! Eine Mikrowelle kann ja nur mehr Vorteile bringen, als keine Mikrowelle.

Nachdem wir unsere Sachen im Wohnheim ausgeladen hatten, erwähnte Oskar, dass er noch ins Einkaufszentrum müsste und uns wieder mitnehmen könnte, wenn wir wollten. 

Das links ist übrigens Oskar. In seinem Auto. Oder vielleich im Auto seiner Eltern.

Auch das Angebot nahmen wir an und standen dann also in einem riesigen Einkaufszentrum, das irgendwie unübersichtlich und auf jeden Fall anders sortiert war, als die in Deutschland. Daher dauerte es auch etwas länger und Oskar verließ uns mit einer vagen Beschreibung des Weges, den wir zurück zum Wohnheim nehmen müssten.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten fanden wir den Weg schließlich doch und sind nun dabei, uns ein bisschen wohnlich einzurichten, was vor allem Putzen miteinschließt. Für morgen liegt auch schon ein vager Plan vor, der unter andem ein Erkunden des Wohnheims beinhaltet. Einen solchen Trip haben wir zwar heute schon begonnen und zum Beispiel der Waschmaschine, die sich per SMS bedienen lässt, einen kleinen Besuch abgestattet. Näheres dazu, wenn ich versuchen werde, damit tatsächlich zum ersten Mal Wäsche zu waschen...

Was ich bis jetzt von Finnland gesehen habe, entspricht größtenteils den Klischees, Bäume, Wasser und wortkarge Menschen (der Taxifahrer hat zum Beispiel bis wir vor dem Wohnheim standen kein Wort gesagt), aber ich werde in Zukunft darüber berichten, ob sich das alles weiterhin bestätigt!

Wasser, Bäume und vor allem schönes Wetter! In der Sonne ist es ziemlich warm, allerdings allgemein ziemlich windig heute in Vaasa.